Die APPH wird 20!

Die Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Nordhessen (kurz: die APPH) ist DIE Einrichtung in Nordhessen, die Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Laien, die sich in der Palliativversorgung und der hospizlichen Begleitung engagieren, anbietet. Getragen wir die Akademie durch den gemeinnützigen Verein APPH Nordhessen e.V….

Wir fühlen uns berufen, die Hospizidee und die Konzepte palliativer Versorgung weiterzutragen und weiter zu entwickeln. Und wir freuen uns sehr in den letzten 20 Jahren viele Mitstreiter und Wegbegleiter kennen gelernt und ausgebildet zu haben.

Die APPH wurde im Jahre 2003 gegründet und nahm sodann ihre Arbeit auf. Gerade ein Jahr zuvor definierte die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) die Palliativversorgung wie folgt: „Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.”

Diese vielfältigen Aufgaben,  wurden und werden seitdem in der APPH von ehrenamtlichen Personen sowie beruflich tätigen Fachkräften begleitet. Palliative Care zeichnet sich immer durch ein gut funktionierendes Zusammenspiel aller Berufsgruppen aus. Damit diese wertvolle Arbeit gut gelingt bedürfen alle einer fundierten Vorbereitung, fachlichen Weiterbildung und kontinuierlichen Fortbildung. Um schwerstkranke und sterbende Menschen ganzheitlich zu betreuen vermitteln wir als Akademie das entsprechende Wissen und die Fertigkeiten, sowie die Haltung. Unsere Veranstaltungsangebote sind ebenso multidisziplinär wie unsere tägliche Arbeit. Auch innerhalb der Akademie arbeiten viele Professionen auf Augenhöhe zusammen.

Als Vorsitzende des Vereins gratuliere ich der APPH aufs Herzlichste und bedanke mich bei allen, die diese Akademie aufgebaut und begleitet haben. Ich bin stolz auf unsere APPH und ebenso froh und dankbar mitarbeiten zu dürfen.

Silke Lauterbach

Grußwort Dr. Silke Lauterbach, Vorsitzende der APPH Nordhessen e.V.

Lesen Sie nun weitere Grußworte von Gratulant*Innen der APPH:

Wir freuen uns sehr über ein ganz besonderen Gruß zum 20jährigen Jubiläum der APPH von Ilona Friedrich, Bürgermeisterin der Stadt Kassel.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder,

ein jeder Mensch hat bis zum letzten Moment seines Lebens Achtung und Würde verdient. Er muss darauf vertrauen können, dass seine Vorstellungen und Wünsche respektiert werden und er die Hilfe sowie Unterstützung erhält, die er benötigt. Dies ist keine leichte Aufgabe und stellt hohe Anforderungen an haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in der Palliativ- und Hospizarbeit.

Seit nunmehr 20 Jahren sorgen Sie als ein ganz besonderer Bildungsträger dafür, dass hier in Nordhessen gut qualifizierte und ausgebildete Fachkräfte ihren Alltag in der Palliativversorgung bestreiten und den hohen Anforderungen gerecht werden können. Die Qualifizierung von engagierten Menschen im Beruf und Ehrenamt haben Sie sich im Jahr 2003 zum obersten Ziel gesetzt und sich über diese lange Zeit zu einer unentbehrlichen Institution hier in unserer Region entwickelt. Was von der APPH Nordhessen in dieser Hinsicht seit zwei Jahrzehnten geleistet wird, verdient großen Dank und Anerkennung.

Noch vor 20 Jahren wurde Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern als palliativ unterversorgt angesehen. Auch in Kassel konnte man die Palliativbetten noch an einer Hand abzählen. Aber der Handlungsbedarf wurde erkannt und der gesellschaftliche sowie politische Wille war da, die palliativmedizinische Versorgung zu verbessern und weiterzuentwickeln. Seitdem hat sich in unserer Region viel verändert. Die Gründung der APPH Nordhessen als Bildungsträger war eine entscheidende Errungenschaft für die vielen Einrichtungen, Vereine und Initiativen hier in unserer Stadt, die sich im Kontext ihrer Aufgaben mit der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase beschäftigen. Sie haben sich zu einem wichtigen Netzwerkpartner in der palliativ- und hospizlichen Versorgung entwickelt, kooperieren stets auf Augenhöhe mit allen Anbietern und gewährleisten durch Ihre Arbeit, dass die palliative Versorgung in Nordhessen auf einem sehr guten Niveau ist.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre wertvolle Arbeit, die die Akademie seit 20 Jahren leistet. Für eine starke Hospizbewegung, für eine ganzheitliche Betreuung von schwerstkranken Menschen und für einen enttabuisierten Umgang mit den Themen Tod, Sterben und Krankheit.

Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu Ihrem 20. Jubiläum und wünsche Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute, sowie viel Energie und Schaffenskraft.

Herzliche Grüße

Ilona Friedrich

Bürgermeisterin

20 Jahre Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Nordhessen e. V. – ein guter Grund, allen weiterhin viel Erfolg und Freude zu wünschen, die sich in diesem Verein zur Fort- und Weiterbildung für eine regionale Palliativversorgung einsetzen, und allen anderen Personen eine Empfehlung auszusprechen.

Was hat uns bewegt, eine Palliativakademie zu gründen? In Zusammenarbeit mit Hausärzten und Pflegediensten nahmen wir zunehmendes Interesse an Fort- und Weiterbildung wahr: Welche Rolle spielt die hausärztliche Begleitung unheilbarer Kranker und Sterbender? Wie lässt sich die Schnittstelle ambulante/stationäre Versorgung gestalten, wie eine qualifizierte ambulante Tätigkeit in Kooperation mit Hospizdiensten? Wie gestaltet man eine erfolgreiche Kommunikation mit Angehörigen und Patienten, wie kooperieren wir im Team? Für das Projekt Palliativstation und für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung benötigten die Krankenhäuser ausreichend qualifiziertes Personal. Die Bundesärztekammer verabschiedete noch im Jahr 2003 eine Musterweiterbildungsordnung für die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin und gab einen zusätzlichen Anstoß für einen wachsenden Weiterbildungsbedarf.

Keimzelle war das „Kasseler Hospital“, das am 11. Februar 1998 als Hospiz- und Förderverein gegründet wurde, um an den DRK-Kliniken in Kassel einen „Palliativbereich“ einzurichten und um hospizliche Begleitung im stationären Bereich, später auch zu Hause anzubieten. Am 11. Dezember 1999 wurde der Palliativbereich feierlich eröffnet als Vorläufer für eine Palliativstation (gegr. 2012).

Am 24. November 2003 wurde der Verein „Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Göttingen Kassel (APPH) e. V.“ in Kassel gegründet. Die Verbindung einer nordhessischen mit einer niedersächsischen Initiative musste wegen Interessenskonflikten aufgegeben werden. Unsere Mitgliederversammlung änderte den Vereinsnamen in „Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Nordhessen (APPH Nordhessen) e. V.“ mit Sitz in Kassel, der Kontakt nach Göttingen bleibt ungestört.

Der Arbeitsschwerpunkt begann im Gründungsjahr mit der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten. Nach zwei Jahren konnten regelmäßig zwei Weiterbildungskurse mit je 160 Stunden angeboten werden, die zur Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ berechtigten. Nach der Fertigstellung der neuen Palliativstation im Jahre 2012 fanden die Fort- und Weiterbildungen im Palliativzentrum Nordhessen statt, damals DRK-Kliniken, Kassel. Die Zahl unserer Absolventinnen und Absolventen schätzen wir auf 450 bis 500 Personen, das sind mehr als ein Drittel aller Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin in Hessen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Fortbildung ehrenamtlicher Hospizdienste im Anschluss an die Qualifizierung, aber auch von Laien und Berufsgruppen ohne Weiterbildung. Der Fortbildungskatalog wurde seit 2004 von den Koordinatorinnen und den Kursorganisatorinnen gemeinsam mit dem Vorstand gestaltet.

Die „Weiterbildung“ von Pflegekräften zu Palliative Care Pflegekräften begann 2005 gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Angestellten-Akademie GmbH. Gleichzeitig wurden Vorbereitungen für ein eigenes Weiterbildungsteam getroffen. Seit August 2012 war die Weiterbildung in Palliative Care fester Bestandteil unseres Angebots mit je einer vollständigen Sequenz von 160 Kursstunden und abschließender Hausarbeit.

Der Themenkanon für unterschiedliche Berufsgruppen erweiterte sich auf andere Berufsgruppen mit regelmäßigen Fortbildungsangeboten. Wir nehmen wahr, dass die Arbeit in der APPH Nordhessen zunehmend die hausärztliche und hospizliche Begleitung fortgeschritten unheilbar Kranker stärkt, Strukturen für die Spezialisierte ambulante und stationäre Palliativmedizin wachsen und die weißen Flecken auf unseren Landkarten immer weiter schwinden.

Wenn wir im Jahre 2023 unser 20-jähriges Jubiläum begehen, nehmen wir uns in die Pflicht, weiterhin unsere Arbeit zu reflektieren, damit wir auch übermorgen Hospiz- und Palliativarbeit in bestmöglicher Qualität und in ausreichender Dichte anbieten können.

Wolfgang Spuck

Des Weiteren gratuliert Herr Dr. Wolfgang Spuck der APPH zum 20jährigen Bestehen. Herr Dr. Spuck ist Gründungsmitglied und maßgeblich an der Etablierung der Palliativversorgung in Nordhessen beteiligt. Lesen Sie hier seine Gedanken, Motivationen und Wünsche an die APPH

Und vorerst noch ein letzter, sehr persönlicher Gruß von Herrn Dr. Dirk Pörschmann, Direktor Museum für Sepulkralkultur.

Als ich im Jahr 1985 am Sterbebett meiner geliebten Großmutter stand, wusste ich nicht, dass sie sich in ihrer letzten Lebensphase befand. Niemand hatte unseren Großvater oder meine Eltern darüber aufgeklärt, was gerade mit ihr passiert. Sie starb unter Schmerzen einsam in der Nacht. Ihre Schmerzen liegen lange zurück, doch wirken sie noch heute. Sie machen den 14-Jährigen in mir, der damals nichts für seine Oma tun konnte, immer noch wütend und traurig.

Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich glücklicherweise im Bereich der Hospizbewegung und der Palliative Care viel getan. Viele Vereine sind entstanden und bereichern mit ihrer Arbeit das unabänderliche Sterben. Jedes Jahr sterben rund eine Million Menschen in Deutschland. Jedes Jahr! Das ist unvorstellbar und zugleich eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft, denn für ein gelingendes Leben ist auch ein gelingendes Sterben unablässig. Sterben bedeutet, dass sich das Leben langsam zurückzieht. Es verlässt unseren Körper, und dies ist wahrlich kein leichter Prozess. Die Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Nordhessen (APPH) e.V. trägt dazu bei, dass Laien aber auch Profis aus den medizinischen, den sozialen und den psychologischen Bereichen sich fort- und weiterbilden können. Ihr Wissen trägt dazu bei, dass Sterbende und ihre An- und Zugehörigen gut begleitet werden können. Dies ist hilfreich und zugleich tröstlich.

Unsere Institutionen verbindet eine langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft. Im Rahmen von gemeinsamen Veranstaltungen, dem Austausch von Referent*innen sowie der Einbindung von kultureller Bildung in unserem Museum in die Lehre und Weiterbildungsmaßnahmen der APPH wird deutlich, dass der Dialog mit dem Ende nur gesamtgesellschaftlich zu führen ist. Hier freue ich auf alles, was wir weiterhin gemeinsam unternehmen können, damit die letzte Lebensphase für viele Menschen eine gelingende sein kann.

Ich gratuliere herzlichst zum 20-jährigen Jubiläum und wünsche allen Menschen, die die APPH tragen viel Kreativität, Kraft, Hoffnung, Mut und Humor für ihre weitere Arbeit!

Ihr

Dr. Dirk Pörschmann

Direktor Museum und Zentralinstitut für Sepulkralkultur
Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Wir danken alle Gratulant*Innen für Ihre wundervollen und wohlwollenden Worte. Das ist genau die Wertschätzung und Anerkennung, die uns antreibt die Akademiearbeit weiter zu betreiben.

Anlässlich unseres 20jährigen Jubiläums gibt es einige besondere Veranstaltungen. Das zentrale Thema im Jubiläumsjahr ist „KOMMUNIKATION“.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick)

Und weil wir ständig im kommunikativen Austausch mit unserer Umgebung sind, legen wir hier einen besonderen Fokus.

Wir starten am 11.01.2023 mit einer Veranstaltung im Museum für Sepulkralkultur zum Thema Hypnotherapie in der Palliativversorgung. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung gibt es hier